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Digitales Autoradio


1922 verließ erstmalig das Auto mit integriertem Radio die Werkstatt und alle Welt staunte über diese Besonderheit. Seitdem hat sich vieles weiterentwickelt. Die Digitalisierung der Welt schreitet fort. DVD, Mobiltelefon, PC erzeugen wachsendes Verlangen nach Klangqualität und Bedienerfreundlichkeit. Auch das Autoradio muss sich diesen Ansprüchen stellen. In naher Zukunft könnte Digital Radio Mondiale zu einem Muss in jedem Auto avancieren. Führende Produzenten der Konsumelektronik sind schon mit der Entwicklung der ersten DRM-Autoradios beschäftigt, die in absehbarer Zeit die Welt erobern werden. Eine zunehmende Anzahl von Empfängerhersteller setzen auf den digitalen Radio-Standard DRM – schauen wir hinter die Kulissen.

Eigentlich wurde der globale Digital Radio Mondiale – Standard entworfen, um den AM- Sender für Tonrundfunk auf Langwelle-, Mittelwelle- und Kurzwelle zu digitalisieren. Auf diesen störempfindlichen Wellenbereichen sollten durch Modifikation dem Hörer eine UKW vergleichbare Soundqualität geboten werden. Aber in dieser Übertragungstechnik ist noch viel mehr Potential. Im Unterschied zum analogen Empfang setzt sich das Sendesignal bei der digitalen Übermittlung aus Datenpaketen zusammen, erst ein digitales Empfangsgerät macht daraus wieder Musik, Sprache und Bild. DRM übermittelt also nicht bloß Audiosignale in hervorragender Qualität, auch zusätzliche digitale Informationen sowie Multimediainhalte, die auf dem Bildschirm des Autoradios sichtbar gemacht werden können. Das Radio im Auto wird quasi sichtbar. Der Autofahrer kann dann überall und jederzeit Touristeninformationen, visualisierte Verkehrsmeldungen, neueste Nachrichten oder andere Dienste nutzen.

Bei einem Blick in das Innere eines Autoradios wird mancher verwundert sein über die knappe Anzahl von Bauelementen im Empfangsbereich. Die digitale Verarbeitung des Signals ist nicht erst heute in der Realität angekommen.
Moderne Radioapparate haben ab der ZF-Stufe eine digitale Demodulationskomponente. Die unterschiedlichen Audiosignale werden gleichermaßen digital weiterverarbeitet, darauf folgt eine analoge Endstufe. Diese Methode schmälert die Zahl der Bauelemente und gleichzeitig die der Abgleichpunkte, die ein erhebliches Kriterium bei den Herstellerkosten für die Produktion verursachen. Im Vergleich mit den Perspektiven analoger Schaltungstechnik, bringt die Umwandlung des in Empfang genommen Signals in digitale Form eine wesentlich höhere Qualität speziell unter ungünstigen Empfangszuständen – durch die Aufbereitung schwacher Eingangssignale, die Unterdrückung störender umliegender Stationen bzw. ebenso Vorkehrungen gegen Mehrwegeempfang.

Die bei DRM angewandten Modulationsschemas weisen große Unterschiede zu der gewöhnlichen Amplitudenmodulation auf. Der Tuner wird vor erhöhte Ansprüche gestellt, wie z.B. an die Unterdrückung nicht gewollter Mischerzeugnisse und die Linearität. Diese kritischen Faktoren sind bei den qualitativen Tunern für Autoradios großenteils schon zufriedenstellend gelöst.

Im Gegensatz zu digitalem Übertragungsstandard DAB, welcher auf die Übertragung von digitalem Datenstrom von 1,5 Megabit pro Sekunde angewiesen ist, kommt Digital Radio Mondiale kraft leistungsstarker Technik zur Audiocodierung mit nicht mehr als fünfundzwanzig Kilobit pro Sekunde pro Stereokanal aus. Die schon vorhandenen Frequenzen erfahren eine effektivere Nutzung und dadurch wird Platz für neuartige Dienste geschaffen. Endlich gehört der Kampf um die Vergabe der knappen Sendefrequenzen der Vergangenheit an. Mit DRM ist eine viel größere Hörerschar mit viel weniger technischen Einsatz erreichbar. Vorbilde wie Digital Audio Broadcasting Großbritanniens aber auch XM Radio vs. Sirius Radio in den Vereinigte Staaten machen deutlich, dass die Promotion von speziell auf die Zielgruppen gerichteten Sendeformaten schließlich erfolgreich umgesetzt wird. XM Radio, Vereinigte Staaten bedeutender Radiodienst, bietet seinen Hörer eine Auswahl von Programmen auf mehr als hundertfünfzig digitalen Kanälen. XM-Abonnenten können sich ihr ganz individuelles Unterhaltungsprogramm aus einer Mischung von News, Unterhaltung, Sport, Musik und programmbegleitenden Infomaterial und Datendiensten kombinieren. Die radiohörenden Autofahrer müssen auch niemals den Sendersuchlauf aktivieren, um einen Sender in störungsfreier Qualität zu hören, denn ein digitaler Radio-Empfänger sucht automatisch die jeweils beste Frequenz für „grenzenlosen Hörgenuss“. Auch in unserem Land ist die Idee eines „Personal Autoradios“ realisierbar. Durch den DRM-Standard sind weltweit die Voraussetzungen dazu gegeben.

Es bewegt sich was in Hörfunkszene seitdem zunehmend mehr Radiosender ihren regulären Betrieb im Digital Radio Mondiale - Modus aufnahmen. Auf der Internationalen Funkausstellung in der Hauptstadt Berlin wurden erstmalig die „erschwinglichen“ Empfangsapparate vorgestellt. Das Fraunhofer-Institut und der britische Hersteller RadioScape haben die ersten universell einsetzbaren Module für den DRM-Empfang in Autoradios verkündet.
Das Digital Radio Mondiale -Konsortium vermeldete parallel die Ausweitung des Systems auf hundertzwanzig Megahertz. Das heißt die vorhandenen UKW-Bänder sind nun auch mit eingeschlossen. Ein Sender muss nun nicht mehr um ihre Frequenzen bangen, im Gegensatz dazu kann er sogar noch seine Programmaufstellung ausbauen. Das ist dem Fakt geschuldet, dass auf dem Sendeplatz, den ein UKW-Programm gegenwärtig besetzt, sich 4 Digital Radio Mondiale - Programme übertragen lassen. Somit beinhaltet die Frequenzausweitung für DRM eine hervorragende Vervollständigung zu den schon vorhandenen Tonrundfunksystemen und ebnet den Weg zum weltumfassenden Kundtun digitaler Radiosysteme.


 

DRM-Info - Informationen zu dem digitalen Standard für Lang-, Mittel- und Kurzwelle  Manuel J. Zimmer Berlin   (mjz) Copyright